Acryl, Kreide & Kohle auf Papier ca. 75 x 160 cm
„Blinded“ ist ein Werk, das sich mit Wahrnehmung, Ignoranz und vielleicht auch Schutz auseinandersetzt. Die weibliche Büste mit verbundenen Augen trägt ein prachtvolles Blumengesteck im Haar – ein Gegensatz, der mich selbst beim Malen fasziniert hat.
Die Augenbinde steht für Blindheit, vielleicht selbstgewählt, vielleicht auferlegt. Sie kann Schutz vor einer harschen Realität sein oder Ausdruck bewusster Verdrängung. Die Blumen hingegen symbolisieren Leben, Natur und Schönheit – Dinge, die oft übersehen oder als selbstverständlich betrachtet werden.

Die Figur scheint im Begriff, einen mahnenden Zeigefinger zu erheben oder ihn eben doch wieder sinken zu lassen. Ein Moment der Unentschlossenheit – reagiert sie, oder bleibt sie passiv? Diese Spannung wollte ich betonen.

Die fahle Farbgebung des Hintergrunds verstärkt den Kontrast zwischen der tiefdunklen Kohlezeichnung und der sanften Kreide, wodurch das Bild eine fragile, fast traumhafte Atmosphäre erhält. Es geht um die Koexistenz von Natur und Mensch, um unsere Abhängigkeit von ihr und unser gleichzeitiges Wegsehen. „Blinded“ ist eine Reflexion darüber, was wir nicht sehen wollen – oder nicht sehen können.